Herzlich willkommen auf der Website für die Nachkommen ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen und seiner Außenlager
Hier finden Sie Informationen für einen Besuch der Gedenkstätte, Hinweise für Recherchen zu Familienmitgliedern, Möglichkeiten zur Vernetzung mit anderen Angehörigen sowie Wissenswertes zu hilfreichen Organisationen.
Mit dieser Seite wollen wir alle Angehörigen ansprechen, informieren und vernetzen – unabhängig davon, welcher Generation Sie angehören, welches Verwandtschaftsverhältnis Sie haben und wie viele Informationen Ihnen bereits vorliegen. Jeder Mensch und jede Familie hat individuelle Erfahrungen, eigene Fragen, Perspektiven und Gefühle.
Gibt es eine besondere Führung für Nachkommen?
Die Gedenkstätte Sachsenhausen bietet eine individuelle Besuchsbegleitung für Personen mit einem persönlichen oder familiären Bezug zum KZ Sachsenhausen (oder zum Sowjetischen Speziallager) an. Diese Führung wird nach Möglichkeit auf den Häftling oder die Häftlingsgruppe fokussiert und bietet Raum für persönliche Fragen und Erzählungen. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne individuell!
Sie können die Gedenkstätte aber auch jederzeit eigenständig mit einem Audioguide oder im Rahmen einer öffentlichen Führung besuchen.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Wie bekomme ich Informationen aus den Ressourcen der Gedenkstätte?
Die Gedenkstätte Sachsenhausen verfügt über eine eigene Sammlung. Sie entstand bereits im Zuge der Einrichtung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen 1961 und wird ständig erweitert.
Die Sammlung ist in vier Bereiche unterteilt:
Eine Anfrage zu der betreffenden Person senden Sie direkt an den Bereich Archiv.
Alternativ können Sie unser Anfrageformular zu einem ehemaligen Häftling des KZ Sachsenhausen online bearbeiten. Die Mitarbeiter:innen des Archivs werden sich bei Ihnen melden.
Leider sind nicht zu allen Häftlingen Informationen vorhanden, da viele Unterlagen vernichtet wurden oder verloren gegangen sind. Die Mitarbeiter:innen werden jedoch alle verfügbaren Informationen zusammentragen. Eine gründliche Recherche benötigt Zeit. Wir legen Wert darauf, Sie mit möglichst aussagekräftigen Informationen zu versorgen. Aufgrund der hohen Anzahl an Anfragen kann es daher einige Zeit dauern, bis Sie eine Antwort erhalten.
Für den Besuch des Archivs und ein Gespräch vor Ort muss vorab ein Termin vereinbart werden.
Eine Online-Recherche ist derzeit im „Totenbuch KZ Sachsenhausen 1936–1945“ möglich, das in deutscher, englischer, polnischer und französischer Sprache verfügbar ist. Es verzeichnet die Namen von knapp 22.000 Opfern des KZ Sachsenhausen und somit nur einen Teil aller Ermordeten.
In der Online-Datenbank „Totenbuch sowjetisches Speziallager 1945–1950“ können die Namen und Daten von 11.889 Personen durchsucht werden, die im sowjetischen Speziallager Nr. 7/Nr. 1 in Weesow und Sachsenhausen 1945 bis 1950 verstorben sind.
Wo kann ich Literatur zum Thema finden?
Zur Geschichte des KZ Sachsenhausen gibt es viele unterschiedliche Publikationen: Berichte von Überlebenden, Zeitungsausschnitte, historische Quellen und Forschungsliteratur. Für Ihre Suche können Sie den Online-Katalog der Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstättenbibliotheken nutzen.
Welche zusätzlichen Möglichkeiten gibt es noch?
Ein guter Startpunkt für Recherchen sind die Landes- und Lokalarchive der Orte, wo die Person geboren wurde, vor der Inhaftierung lebte oder nach 1945 gelebt hat. Fragen Sie dort an, ob es Unterlagen zur gesuchten Person gibt, und weisen Sie dabei darauf hin, dass Sie Nachkomm:in bzw. Angehörige:r sind.
Weitere bedeutende Archive, bei denen sich eine Online-Suche oder eine Recherche vor Ort lohnen kann, sind zum Beispiel:
Arolsen Archives (Mehr als 40 Millionen NS-Dokumente)
Bundesarchiv (Personen- und Familienforschung)
Yad Vashem (Namen und biografische Angaben von Millionen Opfern des Holocaust)
Website „Mapping the Lives“ (Suche nach Personen und Adressen)
Viele nützliche Recherche-Tipps in deutscher Sprache finden Sie auch auf der Website „gestern ist jetzt“ der Journalistinnen Brigitte Baetz und Melanie Longerich.
Wie kann ich mit anderen Nachkommen in Kontakt treten?
Wenn Sie sich mit anderen Nachkommen austauschen und vernetzen wollen, gibt es verschiedene Angebote:
Die Gedenkstätte Sachsenhausen betreibt seit Ende 2021 die Website „Voices of the Next Generations“ in Kooperation mit rund 20 Nachkommen ehemaliger Häftlinge des KZ Sachsenhausen. Auf der Website werden Stimmen der Nachkommen in Form von individuellen Eindrücken, Geschichten, Kunstwerken, Musik, Filmen oder anderen Medien versammelt. Die Gruppe ist seitdem aktiv, die Kontaktinfo finden Sie hier.
„Sachsenhausen Stuff“ ist ein neues Vernetzungsangebot, das Teilnehmende des Nachkommen-Projekts „Welche Stimme haben wir?“ eigenständig anbieten. Die Gruppe kam erstmals im Herbst 2024 zusammen, hier können Sie Kontakt aufnehmen. Mitglieder der Gruppe haben auch den Podcast „Descendants Stuff“ entwickelt.
Lange bestehende Interessensvertretungen der ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen sowie ihrer Angehörigen und Nachkommen sind das Internationale Sachsenhausen-Komitee (ISK) und das Deutsche Sachsenhausen-Komitee e.V. Das ISK wurde bereits Mitte der 1970er Jahre gegründet, der deutsche Ableger 1997.
Außerdem unterstützt ein Förderverein der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen die Arbeit der Gedenkstätte. In dem Verein sind auch viele Angehörige organisiert. Er bemüht sich um den Austausch mit und von Angehörigen.
Wo gibt es Unterstützung und Beratung?
Sollten Sie Unterstützung benötigen, bieten diese Organisationen Beratung an:
Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. (ZWST) ist der soziale Dachverband der jüdischen Gemeinden in Deutschland.
AMCHA Deutschland e.V. bearbeitet verschiedene Themenfelder: Traumata und Folgen der Verfolgung, Förderung seelischer Gesundheit, Bildung und Vermittlung.
Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte mit Sitz in Köln vertritt die Interessen aller NS-Verfolgten und befasst sich seit Jahren intensiv mit der Situation der Nachkomm:innen von Überlebenden.
Der Arbeitskreis für intergenerationelle Folgen des Holocaust beschäftigt sich mit generationsübergreifenden Folgen des Holocaust bei den Nachkomm:innen von Opfern/Überlebenden und Täter:innen/Mitläufer:innen. In regelmäßigen Präsenz- und Online-Gruppen findet Austausch über Biografien, NS-bezogene Themen, Filme oder Bücher statt.
Vor Ort in der Gedenkstätte Sachsenhausen gibt es keine psychologischen Unterstützungsmöglichkeiten.
Ausstellung „Verflochtene Geschichten. Nachkommen erzählen“
Die Ausstellung „Verflochtene Geschichten. Nachkommen erzählen“ wird im Rahmen des 81. Jahrestags der Befreiung am 18. April 2026, um 13.30 Uhr in der Gedenkstätte Sachsenhausen (Baracke 39) eröffnet.
Die Ausstellung entstand im Vernetzungsprojekt „Welche Stimme haben wir?“ zwischen Angehörigen ehemaliger Häftlinge des KZ Sachsenhausen und der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Perspektiven der Nachkommen: Sie recherchierten, sichteten Archivmaterial und rekonstruierten die Biografien ihrer Vorfahren. Historische Einordnungen ergänzen die persönlichen Perspektiven.
Interviews
Die Interviews mit Nachkommen ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen wurden 2024 und 2025 im Rahmen des Projekts „Welche Stimme haben wir?“ in der Gedenkstätte Sachsenhausen geführt.
Die Interviews mit Alisa Smith, Nicole Wines und Insa und Hilger Voss sowie die Podcastfolgen mit Jakob Feisthauer und Julie Somers und Kelsey Snook sind Teil der Ausstellung „Verflochtene Geschichten. Nachkommen erzählen“.
Interview mit Alisa Smith, Enkelin von Fritz Neuhaus
Der Großvater von Alisa Neuhaus, Fritz Neuhaus, wurde während der Novemberpogrome 1938 verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht.
Interview mit Nicole Wines, Urenkelin von Max Düring
Nicole Wines Urgroßvater Max Düring wurde während der Novemberpogrome 1938 verhaftet und im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert.
Interview mit Insa und Hilger Voss, Urenkel von Clemens Paul Feige
Der Urgroßvater von Insa und Hilger Voss, Clemens Paul Feige, wurde 1938 im Zuge der „Aktion Arbeitsscheu Reich“ im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert.
Interview mit Guillaume Ansaloni, Enkel von Hubert Dupuy
Guillaume Ansalonis Großvater Hubert Dupuy, ein französischer Häftling, war von 1943 bis 1945 im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert.
Podcast mit Julie Somers und Kelsey Snook, Enkelin und Urenkelin von Max Feybusch
Max Feybusch, der Großvater und Urgroßvater von Julie und Kelsey, wurde im Juni 1938 im Rahmen der „Aktion Arbeitsscheu Reich“ im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert.
Podcast mit Jakob Feisthauer, Urenkel von Heinrich Feisthauer
Der Urgroßvater von Jakob, Heinrich Feisthauer, wurde im Juni 1938 im Rahmen der „Aktion Arbeitsscheu Reich“ im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert.







